"Field trip to Warrnambool" und Chitty Chitty Bang Bang

Huhu, hier bin ich mal wieder Tut mir leid, dass ich seit Längerem nichts mehr von mir hören lassen habe, aber ich habe in den letzten Wochen nicht die Zeit gefunden, euch auf den neuesten Stand zu bringen, da immer etwas los war. Zuerst der Bericht über den 2-Tage-Ausflug nach Warrnambool mit dem Secondary College Stawell. Es ging am Sonntagmorgen, den 17. Februar, um 8 Uhr morgens los. Mit zwei Kleinbussen sind Mrs. Williams und Mr. Bester losgedüst und haben uns sicher nach Port Fairy gefahren, wo wir an zwei verschiedenen Stränden "rock pools" untersucht haben. "Rock pools" sind Steine am Strand, die von Wasser umspült werden und Lebensraum für kleine Meerestiere und -pflanzen bieten. Highlight waren die Seesterne am zweiten Strand, die man in allen möglichen Farbkombinationen bestaunen konnte. Es war wirklich verlockend beim Anblick des kristallklaren, traumhaft blauen Ozeans ins Wasser zu springen und sich abzukühlen, doch es war nicht erlaubt weiter als mit den Beinen hineinzugehen. So lief es darauf hinaus, dass ich am Ende eine nasse Hotpants hatte und so die weitere Busfahrt aushalten musste. PP- Persönliches Pech. Unser nächster Stop war "Tower Hill", ein erloschener Vulkan. Dort haben wir einen 20-minütigen Rundgang durch ein Wald-und Moorgebiet gemacht und konnten ein paar Emus aus nächster Entfernung bestaunen, die die darauf gehofft haben, irgendetwas Essbares von Touristen zu ergattern. In einem der Eykalyptusbäume hing außerdem ein Koala, der vor sich hinedöst hat. Es ist unglaublich, aber Koalas verschlafen bis zu 22 Stunden vom Tag, da der Eykalyptus, den sie fressen, so schwer verdaulich ist. Weiter ging es dann zu unserem Caravan Park in Warrnambool, wo wir insgesamt fünf Appartments bezogen haben und mit jeweils vier Leuten in einem Appartment gewohnt haben. Wir haben nach unser Ankunft selbst unser Abendessen gekocht (Nudeln mit Bolognese), bevor es dann wieder in die Busse ging. Zunächst sind wir zur Küste Warrnambools gefahren und haben dort einen Spaziergang gemacht und hatten sogar das Glück ein paar auf- und abtauchende Seerobbenköpfe vor der Küste sehen zu können. Als dann die Sonne unter ging, sind wir wieder Richtung Port Fairy gefahren, um dort die "Shearwater birds" zu beobachten, die bei Einbruch der Dunkelheit vom Meer in die Dünen zurückkehren, um dort ihre Junge zu füttern. Es sind Hunderte von Vögeln die nach und nach in einem Affentempo in die Dünen hineingesegelt kommen und zwischen den Gräsern verschwinden. Wirklich beeindruckend! Auf dem Rückweg zum Bus hörte ich dann in den Büschen neben mir etwas rascheln und habe daraufhin mit meiner Taschenlampe in die Büsche hineingeleuchtet und ein fressendes Wallaby entdeckt, dass sich nicht von mir beirren ließ, auch wenn ich ihm mit meiner Lampe direkt in die Augen geleuchtet habe. Es war letztendlich fast halb elf, als wir zurück im Caravan Park waren und ich habe nur noch geduscht, was gegessen und zusammen mit den Mädchen aus meinem Haus, das andere Mädchenappartment besucht, bevor wir dann alle erschöpft ins Land der Träume versunken sind. Am nächsten Morgen mussten wir um 7 Uhr aus den Betten hüpfen und unsere Sachen zusammenpacken, aufräumen und frühstücken. Um viertel vor neun waren wir dann abfahrbereit und hatten zwei große Themen für den Tag: Windparks an der Küste und das "Aquaculture Centre" der Deakin Universität in Warrnambool. Es war ziemlich heiß, sodass die Luft nach dem Besuch des Windparks schon so gut wie raus war und der Vortrag in der Uni meinen Kopf fast zum Expoldieren gebracht hat :D Der ganze Vortrag bestand aus biologischen und chemischen Begriffen, die nicht in meinem englischen Wortschatz vorkommen. Das Einzige, was ich verstanden habe ist, dass sie dort versuchen künstlich Fischproteine oder so zu produzieren, da die Meere zum Teil so überfischt sind, dass es mit dem momentanen Trend irgendwann nicht mehr möglich ist alle Menschen mit Fisch zu versorgen und man dann vor dem Problem steht, wie man die wichtigen, gesunden Inhaltsstoffe von Fischen (vor allem Proteine) den Menschen zur Verfügung stellen soll. Vielleicht könnt ihr euch ja jetzt den Verlauf des Vortrags in Deutsch vorstellen...nicht gerade ein sehr einfacher Prozess, der da erklärt wird. In Englisch war es so gut wie unmöglich dem Vortrag zu folgen und die Informationen im Kopf zu ordnen. Ich war heilfroh, als wir wieder in den Bus steigen konnten und wir uns auf den Heimweg gemacht haben, da ich nichts mehr zu trinken hatte und ich nur noch eiskalt duschen wollte. Wir mussten dann auch noch einen Umweg fahren, da es in den Grampians angefangen hatte zu brennen. Erst dieses Wochenende konnten sie das Feuer unter Kontrolle bekommen. Abends um sechs waren wir dann endlich wieder in Stawell, wo Lloyd mich dann an der Schule abgeholt hat. Es war wirklich eine unglaublich tolle Erfahrung und nett mit anderen in meinem Alter unterwegs zu sein. Mit einigen habe ich immer noch zwischendurch Kontakt und ich freu mich schon darauf, wenn ich in ein paar Wochen wieder das Secondary College besuchen kann. Am Dienstag, also gleich den nächsten Tag nach dem "Field trip to Warrnambool" hatte ich die Möglichkeit mit Lloyd's Grundschule nach Melbourne zum Musical "Chitty Chitty Bang" Bang zu fahren...es war total schön, tolle Musik und eine schöne Geschcihte! Einziger Negativpunkt an diesem Tag war, dass schon wieder Bus fahren angesagt war...knapp drei Stunden hin und knapp drei Stunden wieder zurück. Mein Po musste in diesen Tagen echt ganz schön was aushalten So, ich habe gerade irgendwie genug vom Tippen...aber im nächsten Bericht werde ich euch von meinem ersten Testspiel mit Kyneton berichten, von unserer Goldsuche und meiner großen Reise im Juni! Es lohnt sich bald wieder vorbeizugucken, der nächste Eintrag wird auch nicht wieder so lange auf sich warten lassen Liebe Grüße aus dem im Moment wieder sehr, sehr (unerträglich) heißen Australien Eure Sophia

11.3.13 02:00, kommentieren

Schulalltag in Australien!

Hello all together Ich glaube, es ist mal wieder Zeit für einen neuen Bericht… Seit zwei Wochen ist hier in Australien wieder normaler Schulbetrieb. Das heißt, dass Lloyd und ich uns jeden Tag um viertel vor acht zusammen auf den Weg machen und 45 Minuten zur Natte Yallock Primary School fahren. Der Unterricht beginnt um viertel nach neun und dauert an bis um halb vier nachmittags, sodass wir den größten Teil des Tages in der Schule verbringen. Meistens machen wir uns gegen halb sechs auf den Heimweg, wenn das meiste für den nächsten Tag vorbereitet ist. Die Kinder hier sind entweder "Preps", also Vorschüler, oder in den Klassen 1-6. Ab Klasse 7 müssen die Kinder dann auf die weiterführende Schule, die "secondary school". Jedes Mal, bevor der Unterricht wieder beginnt (morgens und nach den Pausen) stellen die Jahrgänge in Reihen auf und werden nacheinander aufgerufen, um dann zum Klassenraum zu gehen. Das war anfangs ziemlich ungewohnt für mich, aber jetzt habe ich mich langsam daran gewöhnt. Der Unterricht an sich unterscheidet sich auch stark zu unserem in Deutschland. Es ist nicht so streng und die Kinder müssen nicht wirklich leise arbeiten. Es ist erlaubt ohne zu fragen aufzustehen und dieses oder jenes zu machen oder auch mit den Nachbarn zu reden. Seit Montag habe ich auch die Möglichkeit das Schulleben in der "secondary school" im 11 und 12 Jahrgang kennenzulernen. Zwar nur für ein paar Wochen, aber es wäre möglich zu einem späteren Zeitpunkt nochmal für zwei Wochen oder so zu bleiben. Es ist wirklich unglaublich, wie groß der Unterschied zu dem vertrauten Ablauf ist, den ich aus Deutschland kenne. Montagmorgen habe ich um viertel vor neun zusammen mit Ulrike auf den Vizeschulleiter gewartet, der mich dann an ein paar Mädchen weitergegeben hat. Diese haben mich dann auch mit offenen Armen empfangen und mit zu ihrem Unterricht (ich glaube es war eine Doppelstunde Psychologie) genommen. Die Schüler wählen hier auch Kurse, aber es ist unglaublich wie groß der Kontrast zu einer Unterrichtsstunde bei uns ist. Die Schüler reden die ganze Zeit, so etwas wie Stillarbeit gibt es eigentlich nicht. Sie dürfen ihre Laptops auspacken, anschalten wann immer sie wollen und es interessiert kaum jemanden, ob nun Spiele gespielt werden oder recherchiert wird. Facebook ist jedoch gesperrt Nach den ersten beiden Stunden gab es dann eine 25-minütige Frühstückspause, bevor es dann wieder zum Unterricht ging. Doppelstunde Mathe stand auf dem Plan und ich muss jetzt mal eben am Rande betonen, dass ich das Gefühl hatte, als wenn mein Gehirn nach über sechs Monaten ohne Schule noch gar nicht so sehr eingerostet ist Es ging um lineare Funktionen und ich konnte dem Stoff relativ leicht folgen und habe verstanden, was zu tun war. Am Ende der beiden Stunden war ich dann aber vom vielen Zuhören auf Englisch und dem zusätzlichen mathematischen Denken doch ziemlich geschwächt und die einstündige Lunchpause kam gerade Recht! Ich hatte mir einen Wrap von zuhause mitgebracht, der aber leider ein bisschen durchgeweicht war und dann beim Essen auseinander gefallen ist, was mir etwas peinlich gewesen ist. Gleich einen guten ersten Eindruck hinterlassen! Naja, als ich dann den Wrap halbwegs wieder zusammengebastelt hatte und aufessen konnte, haben die Mädchen mir das Schulgebäude sowie das -gelände gezeigt, was ich aber im nächsten Moment schon wieder vergessen hatte, weil mein Kopf einfach zu voll war. Als dann die Schulglocke geklingelt hat, ging es zu Biologie. Es wurde über einen Ausflug nach Warrnambool gesprochen, der von Sonntagmorgen bis Montagabend stattfindet. Als ich Warrnambool hörte, war ich gleich wieder hellwach, da der Ort ein Stück von der Great Ocean Road entfernt liegt und wunderschön sein soll. Ab Mai kann man dort Wale beobachten, Ulrike und Lloyd wollten wahrscheinlich mit mir zu diesem Zeitpunkt nochmal einen Ausflug dorthin machen... Die Schüler sollen während dieser Exkursion Kreisläufe und Futterketten beobachten und festhalten. Ich wurde dann gefragt, ob ich nicht auch Lust hätte mitzukommen. Zuerst wusste ich nicht was ich sagen sollte, da ich überhaupt nicht damit gerechnet hätte, dass es noch eine Möglichkeit für mich gibt mitzukommen. Vor allem weil ich nur als "visiting student" die Schule besuche und nicht im Schulregister eingetragen bin... Der Biolehrer hat sich dann in der Biostunde am Mittwoch mit dem Sekretäriat in Verbindung gesetzt und es wurde ein extra Formular für mich zusammengestellt, sodass ich jetzt für 90$ zusammen mit dem Kurs nach Warrnambool fahren kann!!! Es ist wirklich unglaublich, wie zuvorkommend die Australier sind und versuchen so gut wie alles möglich zu machen... Außerdem habe ich schon an einigen Deutschstunden hier teilgenommen, was immer ziemlich lustig ist, da die Australier mit der deutschen Aussprache große Probleme haben und sich echt quälen. Jahrgang 11 ist in Deutsch ziemlich schwach, wohingegen im 12 Jahrgang drei, vier ganz gute Schüler sind. Von einem Mädchen aus dem 12. Jahrgang wurde ich gleich zu ihrem 18. Geburtstag am 2. März eingeladen, es wird 'ne riesige Party, wenn ich die Leute hier richtig verstanden habe Zudem gibt es nun auch den Termin für das erste Testspiel von Kyneton, also dem Verein wo ich ab und zu mittrainiere. Es wird am 24. Februar stattfinden, ich werde euch berichten wie's so gelaufen ist und ob wir einen Sieg feiern konnten! Ich schicke euch ein wenig Sonne rüber, vielleicht könntet ihr ja im Gegenzug etwas Regen zurückschicken!? Viele liebe Grüße, eure Sophia

4 Kommentare 14.2.13 06:57, kommentieren

... :)

 Eidechse in den Grampians

Riesenfledermaeuse im botanischen Garten von Bendigo

Denkmal in Bendigo an die Goldminenarbeiter, die hier in der Umgebung gelebt haben 




Rathaus und...

 


...Strassenbahn in Bendigo




Abendstimmung in Joel Joel










Aussicht von den "Balconies", Grampians National Park












"The Mackenzie Falls" !!




"Australia Day"-Ausflug nach Castlemaine




Der riesige Antiquitaetenladen von aussen!




Castlemaine von oben


Die Schafe werden geschoren...






Wolle von einem relativ kleinen Schaf...

Schafschermaschine

Achtung! Nackte Schafe!

 

 ...und hier die Wolle vom groessten Schaf!





Das Schmuckstueck von Lloyds Sohn...ich wette Lukas Augen sind jetzt am Strahlen!


Aufgehender Vollmond bei Sonnenuntergang

 

 

 

1 Kommentar 30.1.13 03:18, kommentieren

Und noch mehr! :)

 

Kaenguru im Schatten




Great Ocean Road






 

 








linke Seite


"Twelve Apostels" am Ende unserer Tour entlang der Great Ocean Road


rechte Seite


 

30.1.13 02:31, kommentieren

Bilder :)

 

So Freunde der Sonne
Ich habe herausgefunden, wie ich Bilder hochladen kann und moechte euch hiermit ein paar Eindruecke schicken!!!
Ich hoffe, dass sie euch gefallen!

 

Hauptstrasse Ararat



Sonnenuntergang in Joel Joel






 

 




Koala im Eukalyptusbaum






Regenwald an der Great Ocean Road





Wanderung in den Grampians












Schafauktion in Horsham




Emus














30.1.13 02:06, kommentieren

 

 

29.1.13 23:58, kommentieren

Neuigkeiten!

Hello mates
Heute ist es soweit, ich werde euch mal wieder ein wenig berichten. Wo fange ich am besten an, es gibt so einiges zu erzaehlen...
Lloyd und ich sind vorletzte Woche wieder gemeinsam in die Grampians gefahren, um zum bekanntesten Aussichtspunkt ("The Balconies" zu wandern. Es war ein richtiiger Kieselweg, sodass es nicht zu anstrengend war, abgesehen von der Hitze. Die Aussicht war unglaublich und da Lloyd ja hier aus der Gegend kommt, kann er mir auch immer viel erklaeren und erzaehlen. Den groesseten Teil verstehe ich meist, sodass ich mir dann den Part, den ich nicht verstanden habe, erschliessen kann. Oder ich frage einfach nochmal nach, was er gesagt hat und er sagt es nochmal gaaaaaaaanz langsam :D
Danach sind wir zu den Mackenzie Falls, einem grossen Wasserfall geafhren und mussten vom Parkplatz noch gut zwei Kilometer bergab laufen, bis wir das Wasser erst hoeren und dann auch sehen kann. Es war wirklich erstaunlich, dass so viel Wasser dort plaetscherte, aber es lag wohl (wenn ich Lloyd richtig verstanden habe) daran, dass eine Art Schleuse geoeffnet wurde, sodass das aufgestaute Wasser in Richtung Stadt laeuft, da es seit ca. 3 Monaten nicht mehr geregnet hat und die Vorraete so langsam eng werden. Naja, so oder so, es war eine Wohltat die Schuhe und Socken auszuziehen und die Fuesse im Wasser abzukuehlen! Der Weg zurueck zum Auto war ziemlich hart, da es relativ steil bergauf ging. Am Parkplatz haben wir dann beide ein Eis geschleckt


Am vorletzten Wochenende sind wir dann alle gemeinsam nach Bendigo, einem groesseren Ort etwas mehr als zwei Stunden von uns entfernt, gefahren. Zuerst sind wir durch die "Shoppingstrasse", ungefaehr 300 m lang (klein, aber fein sag ich nur) gelaufen, bevor wir dann in einem italienischen Restaurant lunch gegessen haben. Danach stand dann noch der botanische Garten auf dem Programm, der so gruen war, dass ich es kaum glauben konnte. Im Gegensatz zu allen anderen Plaetzen, die ich bisher gesehen habe, war es schier unglaublich!
In einem Baum hingen dann dutzende Fledermaeuse, die komische gekreischt haben und ab und zu den Ast zum Haengen gewechselt haben. Die Spannweite von denen war mindestens ein Meter , ich habe niemals zuvor so grosse Fledermaeuse gesehen und moechte die auch nicht nachts antreffen...

In der letzten Woche habe ich Lloyd in der Schule etwas geholfen, da hier am 30.01. die "summer holidays" vorbei sind und die Kinder wieder zur Schule kommen. Die Schule an der er Schulleiter ist, ist so klein, dass es gerade mal eine weitere Lehrerin gibt, die drei Tage die Woche da ist. Ansonsten ist er der einzige Vollbeschaeftigte hier und hat echt alles an den Hacken. Vom Putzen der Raeume ueber Aufraeumen des Aussengelaendes bis hin zum Vorbereiten vom Unterrichtsmaterial muss er alles machen. Wir haben dann erst einmal draussen zusammen das Laub, das von den vertrockneten Baeumen runterkommt, mit dem Rasenmaehertraktor bzw. dem Laubblaeser weggepustet und dann abtransportiert. Dann haben wir Fenster geputzt, Staub gesaugt, gefeudelt, noch mehr Staub gesaugt und aufgeraeumt. Eigentlich hatte ich schon letzte Woche vor wieder etwas zu bloggen, aber ich konnte mich einfach nicht aufraffen nach dem ganzen Geputze...wenigstens blinkt und blitzt die Schule jetzt wieder und man fuehlt sich wohl hier  
Erst einmal werde ich jetzt hier als "volunteer" also Freiwillige arbeiten und mit den Kindern (Vorschulkinder bis hin zu Klasse 6) ein wenig Deutsch lernen und Sport treiben. Hier findet in ein paar Wochen ein "cross country run" statt, wo die juengeren Kinder 2 km laufen muessen und die Schueler ab Jahrgang 6 glaube ich 3 km. Ausserdem wird dieses Jahr als "special" im Sportunterricht Fussball angeboten, das heisst ich darf hier jetzt Trainer spielen!  

A propos Fussball...ich spiele in Kyneton, 2 1/4 Stunden von uns entfernt, bei lloyds Tochter im Verein Fussball. Bisher war ich zweimal beim Training und es macht echt Spass mit denen zu kicken! Frauenfussball ist hier zwar nicht so ausgepraegt wie bei uns daheim und bei weitem nicht so populaer, aber es macht Spass. Ab Ende Maerz finden die ersten Spiele statt, mal sehen wie wir uns dann so behaupten. Einige von den Maedels sind wesentlich aelter als ich, aber es gibt auch einige, die ca. in meinem Alter oder vielleicht etwas aelter als ich sind. Witzig ist, dass in dem Team ein anderes deutsches Maedchen spielt, die vor rund einem Jahr hier nach Australien zu ihrem Freund gezogen ist. Sie kommt aus Berlin und ist Anfang 20 denke ich...sie kann mir dann manchmal Sachen, die der Trainer erklaert uebersetzen, obwohl meist verstehe ich was er uns vermitteln will.
Auf jeden Fall freue ich mich echt riesig darueber, dass ich die Chance habe dort im Verein etwas zu trainieren und so vielleicht auch ein paar Bekanntschaften zu machen.

Eine weitere Neuigkeit ist, dass ich hier seit anderthalb Wochen ab und zu mal mit dem Auto rumduese!
Wir mussten zwei L-Plates (L fuer Learner) kaufen und bappen die immer dann vorne und hinten an die Scheiben, wenn ich hinterm Steuer sitze. Am Anfang war es echt ganz schoen kompliziert auf der anderen Seite zu fahren und auf der rechten Seite des Autos zu sitzen, aber nach zwei-, dreimal fahren ist es nur noch halb so schlimm. Manchmal beim Abbiegen fahr ich aus Automatismus auf die rechte Spur, aber da man sowieso nur alle 20 Minuten (wenn ueberhaupt!) mal ein Auto trifft,  ist das nicht allzu gefaehrlich. Die Fahrschule besteht hier daraus, dass man diese L-Plates kauft und ein Buch bekommt, wo die Stunden von dem Erwachsenen abgezeichnet werden muss der bei der jeweiligen Fahrt neben dir gesessen hat. Nachdem dann die vorgeschriebenen Pflichtfahrten absolviert wurden geht man zum "instructor", so etwas wie einem Fahrlehrer, faehrt mit ihm 'ne Runde und bekommt dann entweder sein Fuehrerschein oder nicht. Ich glaube vor den praktischen Fahrstunden hat man drei Theoriestunden oder so, aber da ich meinen Fuehrerschein ja schon in Deutschland gemacht habe, brauche ich das nicht mehr.

Letztens habe ich ein ziemlich gutes Mountainbike im Schuppen gefunden und mir daraufhin vorgenommen am naechsten Tag die 21 km mit dem Fahrrad nach Stawell zu fahren. Es war ein langer Weg und ich war heilfroh, dass es nicht allzu warm und windig war. Der Weg ist ziemlich huegelig und man faehrt die ganze Zeit auf der Strasse, was nicht wirklich gefaehrlich ist, weil ja eh kaum Autos vorbeikommen. Der Rueckweg war etwas entspannter, da es mehr bergab ging. Mal sehen, ob ich die Tour nochmal mache, ich bin noch nicht sicher...ist ziemlich eintoenig, man sieht die meiste Zeit das gleiche: Felder, Schafe, Huegel, Felder, Schafe, FElder, Schafe, (selten) eine Farm, Felder, Schafe, Felder, Felder, Felder, Schafe...und das 1 1/4 Stunden lang!!!

Vor drei Tagen war hier uebrigens "Australia Day", australischer Nationalfeiertag! Fast ganz Australien feiert den entweder mit Freunden, Familie oder Bekannten. Man trifft sich zum BBQ, Picknick, Feiern oder was auch immer und verbringt einen schoenen Tag zusammen. Viele Autos fahren mit tausend australischen Flaggen herum und ueberall gibt's "Australia Day"-Artikel zu kaufen...ich bin jetzt stolzer Besitzer eines Handtuchs mit australischer Flagge und FlipFlops mit Australienflagge
Wir sind zusammen nach Castlemaine gefahren, auch etwa zwei Stunden von uns entfernt. Dort sind wir dann in einen riesigen Antiquitaetenladen, der wirklich alles besitzt, was man sich nur vorstellen kann. Von Porzellan ueber Moebel bis hin zu alten Schildern, Dosen, Buechern, Krimskrams sowie kompletten Badezimmern und Wohnzimmern. Unglaublich!
Die ganze Strasse bestand aus alten Laeden und kleinen gemuetlichen Restaurants und Cafes, es ist echt ein schoener Tag gewesen.

Diesen Sonntag kamen dann Lloyds Eltern das erste Mal zu Besuch, seit ich da bin. Die beiden sind total nett und sehr, sehr froehliche Menschen, vor allem Lloyds Dad. Er hat mit mir immer Spaesse gemacht und die meiste Zeit gelacht. Die beiden haben zusammen die Schafe geschoren, es war echt faszinierend wie fit er trotz seiner 85 Jahre noch ist. Ich habe zugeschaut und die Wolle mit sortiert, da die obere Schicht ziemlich dreckig ist und von der unteren Wolle getrennt wird. Fuer die 14 Schafe, die geschoren werden mussten, haben wir den ganzen Tag gebraucht und es gab auch ein blaues Augo, da eines der Schafe Lloyd mit seinem Huf ans (zum Glueck nicht direkt ins) Auge getreten hat. Es war wirklich ein Spektakel mit anzusehen, wie die beiden mit den Schafen kaempfen mussten. Einer haelt das Schaf, der andere schert. Und die Schafe, die Ulrike und Lloyd haben sind ziemlich gross, Lloyds Dad meinte, dass er noch nie so grosse, dicke Schafe geschoren hat. Es war auf jeden Fall interessant zu sehen, wie Schafe geschoren werden und was mit der Wolle gemacht wird. Die wird jetzt bald nach Ararat gebracht, wo es jemanden gibt, der diese ankauft.

Gestern sind Lloyd und ich wieder zum Paddeln nach Horsham gefahren. Diesmal haben wir ein Doppelkajak genommen und sind zusammen 12 km gepaddelt...es hat echt Spass gemacht trotz des starken Gegenwindes, den wir auf dem Rueckweg hatten. Das spornt dann nur noch mehr an! Erstaunlicherweise habe ich gar keinen Muskelkater heute, das letzte Mal hatte ich wegen der ungewohnten Bewegung ein ziemlich starkes Ziehen im Schulterblatt. Und dieses Mal gab es auch keine Dusche, wir haben gut die Balance gehalten


So, das war's jetzt erstmal wieder...sonst habe ich morgen Muskelkater in der Hand vom ganzen Tippen!


Liebe, sonnige Gruesse ins kalte Deutschland!


Sophia

 

6 Kommentare 29.1.13 02:33, kommentieren