Meine Ausbildung zum Open Water Diver (Scuba Diving) am Great Barrier Reef :)

Hier bin ich wieder! Diesmal habe ich die Hufe geschwungen und mir selbst in den Po getreten, um nicht wieder ewig den nächsten Blogeintrag vor mir herzuschieben. Ich sitze gerade im Flieger und bin zusammen mit Ulrike und Lloyd auf dem Weg von Cairns zurück nach Melbourne. Leider ist die Zeit in Cairns (Queensland) viel zu schnell gerannt. Auch wenn das Wetter nicht das beste gewesen ist (ziemlich unbeständig, aber um die 26 Grad) war die Reise eine der schönsten Erlebnisse meines Lebens. Was vor allem mit dem Great Barrier Reef zusammenhängt, das einfach nur sensationell ist. Doch eines nach dem anderen. Am Montag, den 3. Juni hat mich Christina (Lloyds Tochter) zum Flughafen in Melbourne gebracht, da ich am Sonntag ein Spiel mit Kyneton gehabt habe (was wir mal wieder vergeigt haben) und deshalb bei Christina und Dan gewesen bin. Der Flieger kam dann nach knapp 3 1/2 Stunde um 21.45 Uhr in Cairns an, wo ich dann gleich ins Taxi springen und zum Caravan-Park fahren konnte. Der Caravan-Park war nicht das Gelbe vom Ei, aber die günstigste Alternative in Cairns. Es war zumindest sauber, was die Hauptsache für mich gewesen ist. Außerdem war es sowieso erstmal nur für drei Nächte, da ich von Donnerstag bis Samstag dann mit der Tauchschule auf dem Boot geschlafen hab. Am nächsten Morgen begann also mein Tauchkurs um 8.45 Uhr. Von der Tauchschule sollte ich um 8.00 Uhr abgeholt werden (es war letztendlich schon fast 8:20 Uhr) und musste dann erstmal Papierkram erledigen, bevor es dann mit dem ersten Teil Theorie losging. Es gab aber keine Probleme, da ich die ganzen Dokumente nach Deutschland geschickt, damit ein Erziehungsbeauftragter diese unterschreiben konnte...ich bin ja leider noch nicht volljährig, was das Leben hier manchmal etwas kompliziert machen kann. Als dies dann erledigt war, konnte ich mir ein Lehrbuch in deutsch schnappen und mich auf den Weg ins "Klassenzimmer" machen. Ich hatte einen deutschen Tauchkurs gebucht, damit ich auch alles richtig verstehe und nicht irgendetwas Wichtiges falsch verstehe, was mich unter Wasser in Gefahr bringen könnte. Im Nachhinein denke ich, dass ich den Kurs auch in Englisch hätte machen können, aber zum Buchungszeitpunkt im Februar war ich mir noch nicht sicher, ob ich jemals ohne Probleme Englisch verstehen könnte :D Meine Tauchlehrerin hieß Jasmina und war einfach nur super Sie ist gebürtige Finnin und hat für einige Zeit in Wien gelebt, sodass sie ein ziemlich flüssiges deutsch sprechen kann. Zwar waren hier und da ein paar Grammatikfehler, aber ich bewundere jeden, der Deutsch als Fremdsprache flüssig sprechen kann. Sie war auch meine Tauchpartnerin (oder in Englisch "buddy"), da wir eine ungerade Gruppenzahl waren. Zunächst war ich dann im Pool etwas nervös, da ich mit ihr alles vormachen musste, was die anderen Zweiergruppen dann nachmachen mussten, aber sie war sehr geduldig und hat mich nie unter Druck gesetzt, wenn irgendwas nicht richtig geklappt hat. Wir haben die ersten Kapitel des Bauchen mithilfe von Videos durchgearbeitet und sind dann nach der Mittagspause (in der noch eine medizinische Untersuchung stattfand, die ich mit Bravour bestanden hab, haha) für unsere ersten praktischen Übungen in den Pool gehüpft. Die ersten Atemzüge unter Wasser mit dem sind einfach unvergesslich. Es fühlt sich seltsam an und man muss den Drang unterdrücken mit der Nase einzuatmen (was sowieso nicht funktioniert, da man 'ne Maske auf dem Gesicht hat), aber sonst ist es einfach nur fantastisch. Das einzige Problem, was ich am ersten Tag gehabt habe, war der Druckausgleich. Der Pool ist nur 3 Meter tief gewesen und ich hatte schon bei dieser Tiefe große Probleme den Druck wegzukriegen. Das Geheimnis ist, ein kleines Stück abzusinken, die Nase zuzuhalten und zu pressen, mit den Zähnen zu knirschen oder regelmäßig zu schlucken. Jedoch kann man den Druckausgleich nicht erzwingen und man sollte nicht tiefer gehen, wenn man Schmerzen im Ohr hat, da man ansonsten die Ohren böse verletzen kann. Auf jeden Fall hatte ich große Befürchtungen, wie es werden würde, wenn wir im Meer bis 18m tauchen und ich schon bei 3m so arge Probleme habe. Am zweiten Tag in der Tauchschule haben wir dann mit einem Vortrag von einem Profitaucher begonnen, der schon seit über 30 Jahren überall in der Welt taucht. Er hat uns dann nochmal Tipps zu empfehlenswerten Tauchorten und Ausrüstung gegeben und hat uns Rede und Antwort gestanden. Danach ging es dann in den Pool, wo wir einige verschiedene Masken und Flossen ausprobieren konnten. Nach dieser Werbung für all die Produkte, ging es dann weiter mit dem eigentlichen Unterricht. Wir haben den Pool gewechselt und dann noch einige Übungen gemacht, die relevant für sicheres Tauchen sind. Nachdem wir all diese Übungen abgeschlossen hatten, war der letzte Teil Theorie an der Reihe und ein kleiner Abschlusstest, der aber nicht wirklich ein Test war, da Jasmina uns einige Antworten gegeben hat und wir uns untereinander auch absprechen konnten. Alles in allem war es ein sehr entspanntes Lernen In meinem Tauchkurs waren noch sechs andere Deutsche, die teilgenommen haben. Julia aus Nürnberg (mit der ich mir eine Kabine auf dem geteilt habe), Daniel aus Bayern irgendwo (der sehr nett war, aber leider Bayernfan), Michael aus Stuttgart und drei Kumpels aus Rostock (Eric, Rico und Julian). Alle waren natürlich älter als ich, aber trotzdem habe ich mich mit allen gut verstanden. Am engsten war mein Kontakt jedoch zu Jasmina, da wir uns beide auf Anhieb sympathisch waren. Als es dann am Donnerstagmorgen um halb sieben auf's ProDive-Boot ging (ProDive war der Name der Tauchschule) konnte ich es kaum erwarten. Ich hatte am Tag vorher auf Anraten von Jasmina hin noch in eine Tauchmaske investiert, da ich Probleme mit den einheitlichen Masken hatte, die von der Tauchschule verliehen wurden. Mir lief immer Wasser in die Brille, sodass ich beschlossen hab, das Risiko nicht einzugehen unter Wasser nur mit meiner Maske beschäftigt zu sein. Es stellte sich heraus, dass die ein ziemlich kluger Schachzug gewesen ist, da ich keine Wasserprobleme hatte. Die 3 1/2 Stunden Bootsfahrt war ziemlich wacklig und ich war froh darüber Tabletten gegen Seekrankheit genommen zu haben, da ich doch ein ziemlich flaues Gefühl im Magen gehabt habe. Was den Tag dann noch etwas schöner gemacht hat, war die Tatsache, dass wir dem regnerischen Cairns den Rücken gekehrt haben und raus auf's Meer getuckert sind, wo nach einer Weile der Himmel anfing aufzureißen und die Sonne zwischen den Wolken hervorguckte. Insgesamt waren wir mit ca. 30 Leuten an Bord, u.a. unser deutscher Kurs, ein englischer Kurs und einige Taucher, die bereits zertifiziert sind und nur die Bootsfahrt gebucht hatten. Für uns alle begann die Tour mit einem Frühstücksbuffet und einem Sicherheitsvideo, falls es eine Notsituation an Bord geben sollte. Dann hat sich unser Kapitän vorgestellt und jeder von uns hat eine Sicherheitsnummer bekommen (ich war Nummer 1, yeeees!). In regelmäßigen Abständen ist der Kapitän dann zu jedem von uns gekommen und hat nach der Sicherheitsnummer gefragt, dacer so überprüfen konnte, ob wir jemanden verloren haben. Unseren ersten Stopp haben wir dann am Flynn Reef gemacht, wo wir unseren ersten Trainingstauchgang haben sollten. Ihr müsst dazu wissen, dass das Great Barrier Reef aus vielen kleineren Riffen besteht und nicht ein zusammenhängendes Riff ist. Ich war so gespannt, was mich unter Wasser erwarten würde, dass ich die Erste gewesen bin, die alles vorbereitet hatte und bereit war ins Wasser zu springen. Jedoch musste ich noch auf den Rest meines Kurses und natürlich Jasmina warten, bevor es losgehen konnte. Wir sind dann alle nacheinander ins Wasser gehüpft und zusammen abgetaucht. Dies macht man als Anfänger an einem Seil, das nicht steil sondern schräg zum Grund führt und somit das Druckausgleichen etwas einfacher macht. Der erste Blick auf den Grund hat mich schon überwältigt. Zwar war die Sicht nicht 100%ig, da wir einen ziemlich rauen Seegang hatten, aber es war einfach atemberaubend unter Wasser zu sein und atmen zu können! Man kann Korallen, Fische und jedes andere Meereslebewesen (wie zum Beispiel Schildkröten und Muscheln), das man findet aus nächster Nähe zu bestaunen ohne sich über irgendetwas Gedanken machen zu müssen. Wichtigste Regel ist beim Tauchen nur: NIEMALS Luft anhalten! Und man sollte regelmäßig den Finimeter (der anzeigt, wieviel bar Luft noch in der Sauerstoffflsche sind) und den Tauchcomputer (der die Tauchtiefe und Tauchdauer anzeigt) zu überprüfen, da man natürlich nicht unbegrenzt mit der Sauerstoffflsche tauchen kann. Je tiefer man taucht, desto mehr Luft verbraucht man und desto höher wird der Wasserdruck, sodass man bestimmte Tauchlängen in bestimmten Tiefen nicht überschreiten sollte, um Schäden an Ohren sowie Lunge zu vermeiden. Aber nun zurück zu unserem ersten Tauchgang. Mit dem Druckausgleich hatte ich nur zu Anfang etwas Probleme, aber nachdem ich den Druck "abgelassen" hatte, konnte ich beim weiteren Abstieg neuen Druckaufbau durch Schlucken und Nase zuhalten vermeiden. Als wir nach ungefähr 12m am Grund angekommen waren, hätte ich vor Freude schreien können. Was natürlich aufgrund des Mundstücks nicht so eine tolle Idee gewesen wäre, da es sonst eine leckere, salzige Mundspülung geworden wäre. Auf dem Grund haben wir dann einige Poolübungen wiederholt wie z.B. Maske abnehmen, wieder aufsetzen und Wasser "herausatmen" oder den Inflator, also das Mundstück, rausnehmen, regelmäßig ausatmen (weil wichtigste Regel: niemals Lufttanhalten!) und dann das Mundstück wieder einsetzen. Und man sollte regelmäßig den Finimeter (der anzeigt, wieviel bar Luft noch in der Sauerstoffflsche sind) und den Tauchcomputer (der die Tauchtiefe und Tauchdauer anzeigt) zu überprüfen, da man natürlich nicht unbegrenzt mit der Sauerstoffflsche tauchen kann. Je tiefer man taucht, desto mehr Luft verbraucht man und desto höher wird der Wasserdruck, sodass man bestimmte Tauchlängen in bestimmten Tiefen nicht überschreiten sollte, um Schäden an Ohren sowie Lunge zu vermeiden. Aber nun zurück zu unserem ersten Tauchgang. Mit dem Druckausgleich hatte ich nur zu Anfang etwas Probleme, aber nachdem ich den Druck "abgelassen" hatte, konnte ich beim weiteren Abstieg neuen Druckaufbau durch Schlucken und Nase zuhalten vermeiden. Als wir nach ungefähr 12m am Grund angekommen waren, hätte ich vor Freude schreien können. Was natürlich aufgrund des Mundstücks nicht so eine tolle Idee gewesen wäre, da es sonst eine leckere, salzige Mundspülung geworden wäre. Auf dem Grund haben wir dann einige Poolübungen wiederholt wie z.B. Maske abnehmen, wieder aufsetzen und Wasser "herausatmen" oder den Inflator, also das Mundstück, rausnehmen, regelmäßig ausatmen (weil wichtigste Regel: niemals Lufttanhalten!) und dann das Mundstück wieder einsetzen. Insgesamt hatten wir vier Trainingstauchgänge, bis wir uns zum Open Water Diver qualifiziert hatten und ohne Tauchlehrer tauchen gehen konnten. Bedingung ist jedoch, dass man mindestens einen Tauchpartner dabei hat und nicht tiefer als 18 Meter taucht, da man dafür einen Advanced-Kurs belegen muss, der es ermöglicht bis zu einer Tiefe von 30 Metern abzusteigen. Dieser Kurs wurde auf der Bootstour auch alternativ angeboten und ich hätte ihn auch liebend gern belegt, jedoch hat er nochmal über 100€ gekostet, was mein Budget total gesprengt hätte. Halb so schlimm, da es in Bremen einige Tauchschulen und -clubs gibt, die Weiterbildungen anbieten. Ich möchte Sporttauchen auf jeden Fall fortsetzen, da die Unterwasserwelt des Great Barrier Riffs mich total in ihren Bann gezogen hat und ich jetzt Blut geleckt habe...Fakt ist, dass Tauchen definitiv süchtig macht! Am faszinierenden war der Nachttauchgang, den wir abends im Dunkeln (natürlich mit Tauchlehrer!) unternommen haben. Ausgerüstet mit Taschenlampen und verschiedenfarbigen Leuchtstäben (die zum Knicken) sind wir in die Tiefen des Ozeans abgetaucht und haben die Tier-und Pflanzenwelt bei Dunkelheit bestaunt! Ein unvergessliches Ereignis, da wir unter anderem zwei Riesenschildkröten (Brian, der eigentlich eine weibliche Schildkröte ist und seine Freundin, die eigentlich männlich ist) an ihrem Schlafplatz besucht haben. Die Schildkröten sind etwa so groß wie eine Schultafel gewesen und waren nicht sehr begeistert als wir sie mit unseren Taschenlampen beleuchtet haben, sodass wir relativ schnell weitergetaucht sind. Auf dem Rückweg zum Boot sind wir dann noch einem Riffhai begegnet. Keine Panik, die sind nicht gefährlich, nicht besonders groß und die einzigen Haie im Great Bartier Riff, da Haie eigentlich tiefere Gewässer und kälteres Wasser bevorzugen. Aber es war trotzdem ein aufregender Moment so dicht an einem Hai vorbei zu tauchen Die beiden Nächte auf dem Boot waren nicht von besonders viel Schlaf geprägt, da es nachts relativ windig gewesen ist und das Boot wie eine Nussschale hin und her geschaukelt ist. Das witzigste war sowieso, dass ich noch nach 24 Stunden auf festem Boden, das Gefühl hatte, auf dem Boot zu sein. Das war wie in Schüben und ich bin dann immer hin und her getorkelt und mein Gehirn hat mir signalisiert, dass ich versuchen muss meine Balance zu halten. Ziemlich komisches Gefühl sag ich euch... Die Tage am Great Barrier Reef waren definitiv die beeindruckendsten meiner ganzen Australienreise! Dazu noch die vielen tollen Bekanntschaften, die ich machen konnte, die lockere Atmosphäre auf dem Boot und die absolut beste Bootsköchin der Welt! Es gab zu jeder Mahlzeit ein ganzes Buffet mit frischen Salaten, frischem Obst, Brot und Baguette und dem jeweiligen Hauptgericht. Unglaublich!!! Der Tag bestand eigentlich sowieso nur aus tauchen, essen, ausruhen, tauchen, essen, ausruhen, tauchen, essen, zusammensitzen und dann schlafen gehen. Als dann der letzte Tauchgang anstand fiel es mir ziemlich schwer zu akzeptieren, dass der Tauchtrip, auf den ich seit Februar hingefiebert hatte, nun zuende sein würde. "But don't cry because it's over. Smile because it happened." Ich möchte der ganzen Crew auf dem ProDive-Boot für diese unbezahlbaren Eindrücke und Erfahrungen danken, die ich während meines Tauchkurses sammeln konnte. Ein ganz besonders lieben Dank an Jasmina, die einfach die beste Tauchlehrerin gewesen ist, die ich mir hätte wünschen können. Und einen lieben Gruß an Julia und Daniel! Wir waren echt 'ne klasse Tauchgruppe und haben glücklicherweise alle unsere gemeinsamen Tauchgänge unbeschadet überstanden und haben niemanden unter Wasser vergessen So, das war's jetzt erstmal wieder...ich werde die Tage mal wieder auf die Tasten hauen und über mein restliches Wochenende in Cairns berichten, das ich ja zusammen mit Ulrike und Lloyd verbracht habe, die von Freitag bis Montag nach Cairns geflogen sind. Liebe Grüße, ich denke an euch! Eure Sophia Ps.: Noch 13 Tage!!!! Ich kann's kaum glauben...

20.12.12 18:54

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